Wirtschaftsweg mit Piktogramm "Rücksicht macht Wege breit"

Damit die Wege fit für die Zukunft werden – BBV LandSiedlung übergibt ausgearbeitetes Kernwegenetzkonzept an die Kommunale Allianz Nördlicher Landkreis Ansbach (NorA)

12.06.2019. Die NorA ist ein Zusammenschluss der Märkte Lehrberg und Flachslanden sowie den Gemeinden Rügland, Oberdachstetten und Weihenzell im Landkreis Ansbach. Diese fünf Kommunen erarbeiteten im vergangenen Jahr ein gemeinsames Konzept für ein „Ländliches Kernwegenetz“.

Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die landwirtschaftlichen Wirtschaftswege und die Gemeindeverbindungsstraßen, die als zukünftige Kernwege in Frage kommen. Viele dieser Wege sind aufgrund ihres Alters schlichtweg verbraucht und weisen teils erhebliche Schäden auf. Zudem hat der anhaltende Strukturwandel die Anforderungen an das Wegenetz verändert. Die landwirtschaftlichen Maschinen werden immer größer, schwerer und schneller - die bestehenden Wege sind dafür nicht mehr ausgelegt. Aber auch andere Nutzer drängen auf die Wirtschaftswege: Radfahrer, Wanderer und Reiter zeugen von einem veränderten Freizeitbedürfnis. Die Wege werden also multifunktional von verschiedenen Nutzergruppen in Anspruch genommen. Um diesen zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, wurde die BBV LandSiedlung GmbH mit der Erstellung des Konzeptes für ein Ländliches Kernwegenetz beauftragt. Der bedarfsgerechte und nachhaltige Erhalt und Ausbau wichtiger Wege steht dabei im Vordergrund. 

Zur Aufnahme des landwirtschaftlichen Verkehrs sind neben einer Sanierung vor allem größere Wegebreiten und eine höhere Tragfähigkeit erforderlich. Die sog. Kernwege sollen das bestehende Netz an übergeordneten Straßen (Staats-, Kreis- oder Bundesstraßen) verdichten und zugleich eine gemeindegebietsübergreifende Erschließungsfunktion erfüllen. Der Ausbau der Kernwege ist mit einer asphaltierten Tragschicht von 3,5 m Breite und bis 11,5 t Achslast vorgesehen. Zunächst sind die in Frage kommenden Wegeverbindungen identifiziert und in jeder Gemeinde mit den relevanten Schlüsselpersonen (Bürgermeister, Gemeindevertreter, Ortsobmänner, Landwirte, Feldgeschworene etc.) erörtert worden. Danach wurden die Vorabeinschätzungen der Träger öffentlicher Belange eingeholt.

Das mit der Konzepterstellung beauftragte Büro BBV LandSiedlung GmbH hat das Konzept erarbeitet und eine einfache bautechnische Erfassung der einzelnen Wegabschnitte vorgenommen. Diese Wege werden dann in drei zukünftige Ausbauabschnitte unterteilt. Kurzfristig (in bis zu 10 Jahren ausbauen), mittelfristig (in 10 bis 25 Jahren ausbauen) und langfristig (nach 25 Jahren ausbauen). Insgesamt wurden in der Kommunalen Allianz NorA rund 157 km Kernwege ausgewiesen, die sich zu ca. 98 % auf bereits vorhandenen Weg-Trassen befinden.

Der Abschluss der Konzepterstellung bedeutet nun gleichzeitig auch den Startschuss für die Umsetzung des Kernwegeausbaus. Das Konzept stellt dabei die Grundlage für die spätere Beantragung und Förderung der Ausbauvorhaben dar. Ob und wann ein Kernweg ausgebaut wird, entscheidet allein die betreffende Kommune. Je nach Dringlichkeit und Haushaltslage werden bis zur Ertüchtigung einzelner Wegabschnitte mehrere Jahre vergehen. Durch die Aufnahme in das Konzept wird jedoch schon jetzt die erste Voraussetzung für eine spätere Förderung geschaffen.

Die Kosten für die Konzepterstellung sowie den späteren Ausbau der Kernwege werden durch das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken (ALE) gefördert. In den Genuss der Fördermittel kommen die Gemeinden nur, weil sie im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung zusammenarbeiten. Die interkommunale Kooperation unter dem gemeinsamen Dach der Kommunalen Allianz NorA lohnt sich somit auch finanziell. 

 

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Die Unterlagen für das Kernwegenetz-Konzept nahmen die Bürgermeister der Kommunalen Allianz NorA entgegen: (von links) Hubert Rebhan (Projektleiter Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken), Gerhard Kraft (Bürgermeister Gemeinde Weihenzell), Hans Henninger (Bürgermeister Markt Flachslanden), Renate Hans (Bürgermeisterin Markt Lehrberg), Martin Assum (Bürgermeister Gemeinde Oberdachstetten), Werner Hammerl (Bürgermeister Gemeinde Rügland), Stephanie Göbet (Projektleiterin BBV LandSiedlung).

(Foto: Allianz NorA)

 

 

 

 

 

Die fünf NorA-Gemeinden möchten ihr Wegenetz fit für die Zukunft machen und erstellen ein orts- und gemeindeübergreifendes ländliches Kernwegenetzkonzept.

19.03.2019. Der Strukturwandel und der technische Fortschritt in der Landwirtschaft sowie Freizeit und Tourismus stellen zunehmend andere Anforderungen an das Wegenetz.

Die Pachtflächenanteile bei Haupterwerbsbetrieben liegen bei mittlerweile über 50 Prozent. Viele der gepachteten Flächen liegen dabei nicht mehr nur in der eigenen Gemarkung, sondern auch in benachbarten Gemarkungen und Gemeinden. Die Aktionsradien haben sich dadurch stark vergrößert und eine Betrachtung des Wegenetzes nur bis zur Gemarkungsgrenze hin, ist in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend.

Damit die landwirtschaftlichen Betriebe im Wettbewerb bestehen können, ist die eigene Ausstattung oder auch die von Maschinenringen und Lohnunternehmen mit moderner Landtechnik unerlässlich. Die landwirtschaftlichen Maschinen haben hier in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten an Größe, Gewicht und Geschwindigkeit stark zugenommen. Die bestehenden Wege sind dafür häufig nicht ausgelegt.

Aber nicht nur die Landwirtschaft, auch andere Nutzer drängen auf die Wirtschaftswege: Radfahrer, Wanderer und Reiter zeugen von einem veränderten Freizeitbedürfnis.

Die Interessen der verschiedenen Nutzergruppen in Einklang zu bringen und die Erhaltungsaufwendungen für die durch Alter abgenutzten und durch Überbelastung teilweise stark beschädigten Wege zu stemmen, stellt die Kommunen vor große (finanzielle) Herausforderungen. Das Programm „Ländliches Kernwegenetz“ von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung soll die Kommunen bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen.

Gefördert wird die Konzepterstellung im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken. Zur Erstellung des Kernwegenetzkonzeptes holten sich die Allianzgemeinden fachliche Unterstützung  von der BBV LandSiedlung GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen des Bayerischen Bauernverbandes.

Im Rahmen des Kernwegenetzkonzeptes wurde untersucht wie das ländliche (Haupt-) Wegenetz so ertüchtigt werden kann, dass es überwiegend den Ansprüchen der Landwirtschaft, aber auch anderen Nutzergruppen genügt.

Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die landwirtschaftlichen Wirtschaftswege und die Gemeindeverbindungsstraßen, die als zukünftige Kernwege in Frage kommen.

In Arbeitskreisen und weiteren Abstimmungsprozessen sind gemeinsam mit den Experten vor Ort (Landwirten, Ortsobmännern, Gemeinderäten, usw.) die für den übergeordneten landwirtschaftlichen Verkehr wichtigen Hauptverbindungsachsen erarbeitet und mit dem ALE Mittelfranken sowie den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt worden.

Das Konzept steht jetzt kurz vor dem Abschluss.

Nach Anerkennung durch das ALE Mittelfranken dient das Konzept den Gemeinden als Rahmenplan für nachfolgende Investitionen in das Wegenetz der Region und bildet zudem die Grundlage für die spätere Beantragung und Förderung der Ausbauvorhaben.

Weitere Informationen zum Thema Kernwegenetz finden Sie in der Broschüre von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung.

http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/landentwicklung/dokumentationen/dateien/le_laendliche_kernwegenetze_web.pdf