Die fünf NorA-Gemeinden möchten ihr Wegenetz fit für die Zukunft machen und erstellen ein orts- und gemeindeübergreifendes ländliches Kernwegenetzkonzept.

Der Strukturwandel und der technische Fortschritt in der Landwirtschaft sowie Freizeit und Tourismus stellen zunehmend andere Anforderungen an das Wegenetz.

Die Pachtflächenanteile bei Haupterwerbsbetrieben liegen bei mittlerweile über 50 Prozent. Viele der gepachteten Flächen liegen dabei nicht mehr nur in der eigenen Gemarkung, sondern auch in benachbarten Gemarkungen und Gemeinden. Die Aktionsradien haben sich dadurch stark vergrößert und eine Betrachtung des Wegenetzes nur bis zur Gemarkungsgrenze hin, ist in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend.

Damit die landwirtschaftlichen Betriebe im Wettbewerb bestehen können, ist die eigene Ausstattung oder auch die von Maschinenringen und Lohnunternehmen mit moderner Landtechnik unerlässlich. Die landwirtschaftlichen Maschinen haben hier in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten an Größe, Gewicht und Geschwindigkeit stark zugenommen. Die bestehenden Wege sind dafür häufig nicht ausgelegt.

Aber nicht nur die Landwirtschaft, auch andere Nutzer drängen auf die Wirtschaftswege: Radfahrer, Wanderer und Reiter zeugen von einem veränderten Freizeitbedürfnis.

Die Interessen der verschiedenen Nutzergruppen in Einklang zu bringen und die Erhaltungsaufwendungen für die durch Alter abgenutzten und durch Überbelastung teilweise stark beschädigten Wege zu stemmen, stellt die Kommunen vor große (finanzielle) Herausforderungen. Das Programm „Ländliches Kernwegenetz“ von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung soll die Kommunen bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen.

Gefördert wird die Konzepterstellung im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken. Zur Erstellung des Kernwegenetzkonzeptes holten sich die Allianzgemeinden fachliche Unterstützung  von der BBV LandSiedlung GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen des Bayerischen Bauernverbandes.

Im Rahmen des Kernwegenetzkonzeptes wurde untersucht wie das ländliche (Haupt-) Wegenetz so ertüchtigt werden kann, dass es überwiegend den Ansprüchen der Landwirtschaft, aber auch anderen Nutzergruppen genügt.

Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die landwirtschaftlichen Wirtschaftswege und die Gemeindeverbindungsstraßen, die als zukünftige Kernwege in Frage kommen.

In Arbeitskreisen und weiteren Abstimmungsprozessen sind gemeinsam mit den Experten vor Ort (Landwirten, Ortsobmännern, Gemeinderäten, usw.) die für den übergeordneten landwirtschaftlichen Verkehr wichtigen Hauptverbindungsachsen erarbeitet und mit dem ALE Mittelfranken sowie den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt worden.

Das Konzept steht jetzt kurz vor dem Abschluss.

Nach Anerkennung durch das ALE Mittelfranken dient das Konzept den Gemeinden als Rahmenplan für nachfolgende Investitionen in das Wegenetz der Region und bildet zudem die Grundlage für die spätere Beantragung und Förderung der Ausbauvorhaben.

Weitere Informationen zum Thema Kernwegenetz finden Sie in der Broschüre von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung.

http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/landentwicklung/dokumentationen/dateien/le_laendliche_kernwegenetze_web.pdf